Klettersteige in Cortina Expand

Klettersteige in Cortina

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IDM 028

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24 itinerari - 24 routes - 24 Klettersteige

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Das Ampezzo Tal ist - positiv oder negativ gesehen - seit Jahrzehnten Treffpunkt vieler Bergliebhaber. Dank der Olympischen Winterspiele 1956 begann Cortina in den 50er Jahren mit einer neuen Tourismusentwicklung und entwickelte sich bald von einem einfachen Bergdorf, das in seine Traditionen eingeschlossen war, zu einem echten Mittelpunkt eines vielfältigen Fremdenverkehrs.
Man konnte Bergsteiger auf den Felswänden finden, die den Fußstapfen der “Scoiattoli“ folgten, oder den einfachen Wanderer, der dabei war die unglaubliche Landschaft zu bewundern, aber auch den Wohlhabenden, der alles andere als die Schönheit der Umgebung suchte.
Die Mode von Seiten Industrieller und Geschäftemacher ein Haus in Cortina zu besitzen, ruinierte nicht nur das Gleichgewicht in der Bevölkerung, das seit jeher auf einem Leben nach Jahreszeiten basierte. Sie gab gleichzeitig den Anstoß, die Stadt zu einem weltweit bekannten Zentrum hochwertigen Tourismus zu entwickeln.

Die Cortineser, dank der altehrwürdigen Institution der “Regole“, hatten die Intelligenz und Weitsicht, diese Mode auf ihre Weise zu nutzen, sodass es ihnen gelang, den Besitz von Grundstücken und alten Häusern sowie die volkstümlichen Traditionen zu bewahren. Es ist also kein Wunder, dass wir heute auf dem Corso Italia eine Einheimische in Tracht beim Spaziergehen beobachten können und neben ihr eine geschminkte Pelzträgerin. Ebenso wie sich Luxusautos unter Mähtraktoren und Kraftfahrzeuge für ländliche Mülltransporte reihen.
Die Ampezzaner, wahre und alleinige Besitzer des Tals, lächeln zufrieden bei so viel Wohlstand, sind sich jedoch bewusst, dass sie für immer vielleicht das Wertvollste verloren haben: ihre kulturelle Integrität.
In einer Welt, in der es keinen Weg zurück gibt und alles durch Geld bestimmt ist, besteht zum Glück noch eine sehr unterschiedliche Auffassung vom Berg. Trotz allem ist der Ort weiterhin von wunderschönen, sicherlich weltweit einzigartigen Bergen und Felswänden umgeben, welche die Herzen und den Geist derjenigen öffnen, die ihre Risse, Linien und Geschichte verfolgen können. Berge mit einer Seele, in deren Wänden erbitterte Kämpfe im Namen von anderen stattfanden und Seiten der Bergsteigergeschichte geschrieben wurden und in denen jeder Mensch noch den Duft des Waldes oder die Sprünge der Gämse bewundern kann.
Der Bergsport hat sich in den letzten Jahrzehnten rasch entwickelt. Die Skiindustrie, in der Hand von wenigen, hat große Geldmengen in Umlauf gebracht und schaffte einerseits ein für alle bequemes Einkommen, andererseits zog dies aber auch Leute an, die mit dem Berg gar nichts zu tun hatten und die gleichzeitig Ausbeutung und Anti-Kultur mit sich brachten.
Aber eine große Schar an Begeisterten, bei denen der Wunsch eines äußeren und inneren Entdeckens dominiert, findet jedes Jahr Raum für gesunde Bewegung, deren Bemühungen ausgezeichnet werden (denn was sonst wäre der Sport?). Aufstieg durch den Wald, Herauskommen auf dem Geröll, das sich an den Felsen Klammern, das Erreichen eines Gipfel - all das beschäftigt den Körper, befreit den Geist, öffnet der Welt das Herz und schmälert Frustrationen und Schwierigkeiten eines immer hektischeren Lebens.
Und dann werden die Berge, die Dolomiten, die Felswände von Cortina zu Orten für die Seele, an denen sie atmen und ihren Weg leichter fortsetzen kann.

Der Bau von Klettersteigen in den Bergen des Ampezzo Tals seit den 60er Jahren blieb nicht ohne Kritik. Auf eine gewisse Weise ermöglicht der Klettersteig das Erklimmen einer Bergspitze mit Hilfe technischer Mittel und gilt daher als ethisch unfair. Er garantiert die Sicherheit des Weges und einer eventuellen Umkehr und erlaubt die Benutzung des Stahlseils bei der Progression. Aber eigentlich ist es kein Klettern. Körper und Geist sind nur selten oder nur teilweise auf die überwindung von Passagen in harmonischer und vollständiger Weise konzentriert. Sehr oft folgen diese Steige früheren Kletterrouten. Mit den Klettersteigen wurde ein Kompromiss zwischen Reinheit und Unwahrheit erreicht. Obwohl diese von denselben “Scoiattoli“ gebaut wurden, haben sie dennoch eine eigene Ethik und bieten denjenigen, die sie begehen, die Illusion einer Eroberung, von Leistung, Müdigkeit und Ausgesetztheit und - wenn auch minimal - eines gewissen Risikos. Durch diese Rückkehr habe ich eine Welt von wahren Bergliebhabern entdeckt, von Sängern, die diese Schönheiten preisen, auch wenn sie sich deren Künstlichkeit bewusst sind. Wie gesagt, ein Kompromiss von Sicherheit und Bewegung, von Vertikalität und Freude am Gipfel. Leute mittleren Alters, junge Paare und Kinder auf den einfacheren Wegen brachten mich zu der Erkenntnis, dass die Wand nicht nur ein hohes Risiko und Schwierigkeiten bedeuten, sondern auch Unbesorgtheit und Entspannung. Die Sichtweise, die aus einem inneren Drang her zum gemeinsamen Ziel “Berggehen“ führt, findet man heute immer seltener.

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Technische Daten

ISBN 9788897299028

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